Blutdruck
Wie der Blutdruck entsteht
Der Blutdruck im Organismus ist nicht an allen Körperstellen gleich. Während die Herzkammern rhythmisch kontrahieren, sorgen die Herzklappen dafür, dass das Blut nur in die vom Herz wegführenden Arterien gepumpt wird. In den zum Herzen führenden Venen herrscht ein gewisser Unterdruck, so dass nach der Entleerung der Herzkammern von dort venöses Blut nachströmt.
Die Blutgefäße selbst ebenfalls von einer ringförmigen Muskulatur umgeben, die zum Teil ebenfalls im Herzrhythmus kontrahieren kann („Schlagadern“). Die Muskeltätigkeit des Herzens und der größeren Blutgefäße erzeugen einen bestimmten Blutdruck.
Der Blutdruck ist äußerst variabel
Schon leichte Aufregung und Anspannung können einen Anstieg des Blutdrucks bewirken. Beim gesunden Menschen stellt sich nach kurzer Zeit wieder der Normalwert ein. Gefährlich wird es aber, wenn der Blutdruck dauerhaft entgleist: Ist der Blutdruck zu niedrig, spricht man von Hypotonie. Hypotoniker neigen unter Umständen zu Durchblutungsstörungen der Extremitäten (kalte Hände und Füße) und Kreislaufkollaps (Ohnmacht).
Dauerhaft überhöhter Blutdruck wird als Hypertonie bezeichnet. Ablagerungen an den Gefäßwänden (Arteriosklerose) beeinträchtigen die Dehnungsfähigkeit und Durchlässigkeit der Gefäße und führen zu permanentem Bluthochdruck. Auch Stoffwechselfehlfunktionen z.B. der Nieren können Bluthochdruck bewirken.
Die Folgen sind gefährlich: Gefäßwände werden instabil, und die Herzfunktion kann beeinträchtigt werden: Das Herzinfarktrisiko steigt.
Hypertonie
Das frühzeitige Erkennen von Hypertonie ist nicht einfach, weil viele Menschen überhaupt keine Beschwerden haben. Das gilt besonders in der Anfangsphase der Hypertonie. Meistens werden auftretende Beschwerden auch jahrelang heruntergespielt, oder gar nicht richtig wahrgenommen. Wenn dann der Blutdruck deutlich erhöht ist, ist es meistens schon zu spät.
Anzeichen für Bluthochdruck müssen keinesfalls alle zusammen auftreten. Selbst wenn nur ein leiser Verdacht besteht, sollte zur Sicherheit ein Arzt aufgesucht werden.
Hier in einem Überblick die wichtigsten Anzeichen für Bluthochdruck:
- Herzklopfen
- Schwindelgefühl
- Schweißausbrüche
- Atemnot in Ruhe
- Sehstörungen
- Ohrensausen und Nasenbluten
- Beklemmungsgefühle
- Starker Druckkopfschmerz
- Bewusstseinstrübungen
- Krämpfe, Lähmungserscheinungen und Erbrechen.
Blutdruckmessung
Die klassische indirekte Blutdruckmessung erfolgt mit Manschette und Stethoskop:
Eine Manschette wird in Höhe des Herzens am Oberarm angelegt. und schnell auf einen Druck von über 250 mmHg aufgepumpt. Dann wird der Druck langsam abgelassen, bis der erste pulsierende Ton hörbar ist (systolischer Druck). Bei weiterem Öffnen des Ventils werden die Töne lauter, lassen dann aber schnell nach und verschwinden dann völlig (diastolischer Druck).
Um zweifelsfrei eine Hypertonie feststellen zu können, wird ein Arzt in der Regel einen bestimmten Beobachtungsrhythmus einhalten. Der Grund dafür ist, dass bei einer einmaligen Erhöhung des Blutdrucks noch nicht von einer Hypertonie ausgegangen werden kann. Dazu unterliegt der Blutdruck zu vielen Einflüssen und Schwankungen. Die obere Grenze für einen normalen Blutdruck liegt bei 140/90 mm Hg.
Dieser Grenzwert gilt unabhängig vom Alter bis mindestens zum 50. Lebensjahr. Besonders muss dabei auf den diastolischen Wert geachtet werden. Er sollte die 90 nicht überschreiten. Wird der Wert bei verschiedenen Messungen überschritten und liegt er im Bereich von 91 bis 95, so spricht man von einer „Grenzwerthypertonie“. Eine milde Hypertonie liegt im Bereich zwischen 96 und 104 mm Hg.
Tabelle der Normalwerte
Die als normal geltenden Werte ändern sich im Laufe des Lebens. Dabei spielen u.a. altersbedingte Gefäßveränderungen eine Rolle:
systolischer Druck (mmHg) |
diastolischer Druck (mmHg) |
Alter |
Frauen |
Männer |
Frauen |
Männer |
20 - 29 |
119 |
123 |
72 |
74 |
30 - 39 |
120 |
123 |
74 |
74 |
40 - 49 |
134 |
127 |
82 |
77 |
50 - 59 |
147 |
134 |
88 |
82 |
60 - 69 |
159 |
154 |
92 |
88 |
70 - 79 |
175 |
161 |
93 |
87 |



