Atem- / Raumluft
Was ist Klima?
Die umgebende Atmosphäre ist nicht nur eine Voraussetzung für unsere Existenz, Änderungen ihrer Beschaffenheit haben auch einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.
Klimatische Parameter sind unter anderem:
- Lufttemperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Zusammensetzung (Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid, Spuren anderer Gase)
- Belastung durch Schwebstoffe
- Ionisierungsgrad der Luft
Temperatur
Durch den Verlust des Haarkleides ist der Mensch im Vergleich zu anderen Säugetieren weitaus empfindlicher gegenüber Temperaturschwankungen. Zwar besitzt er immer noch Regulationsmechanismen, um Überhitzung oder Unterkühlung entgegenzuwirken (Muskelzittern bzw. Schweißabsonderung) und kann sich entsprechend den Gegebenheiten kleiden, dennoch ist die Temperaturspanne, innerhalb derer er sich wohl fühlt, recht gering.
Als behaglich wird der Temperaturbereich empfunden, bei dem der Mensch die geringste Energie aufwenden muss, um seine normale Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Das ist in etwa der Bereich zwischen 22 und 24°C.
Das subjektive Temperaturempfinden hängt jedoch u.a. auch von der Luftbewegung (Wind) und der Luftfeuchtigkeit ab. Dabei entstehen erheblichen Unterschiede zwischen der tatsächlichen und der „gefühlten“ Temperatur.
Temperatur in geschlossenen Räumen
Beim Raumluftklima spielen Luftbewegungen für das subjektive Empfinden kaum eine Rolle, dafür jedoch die Temperatur der umgebenden Oberflächen. Bei kalten Wandflächen entsteht selbst bei einer Raumlufttemperatur von 22–24°C ein Gefühl der Unbehaglichkeit. Es stellt sich eine Empfindung von Zugluft (Strahlungszug) ein; man fröstelt, obwohl tatsächlich keine Zugluft vorhanden ist.
Dieses Phänomen beobachtet man insbesondere in der Nähe von ungenügend isolierten Fenstern im Raum. Der Strahlungszug kann beim Menschen zu einer lokalen Abkühlung und zu Erkältungskrankheiten führen. Dieser negative Effekt tritt auf, wenn der Unterschied der Oberflächentemperatur z.B. von Fensterflächen zur Innenwand mehr als 10 Grad beträgt.
Andererseits führt die Strahlungswärme von Heizkörpern zu Temperaturunterschieden auf der Hautoberfläche, die die körpereigene Wärmeregulation irritieren, wenn die Raumluft insgesamt kühl ist.
Luftfeuchtigkeit
Die Atmosphäre hat einen gewissen Anteil an gelöstem Wasserdampf: Die Aufnahmefähigkeit hängt von der Temperatur ab: Je wärmer die Luft ist, desto mehr gasförmiges Wasser kann sie speichern. Sinkt die Temperatur, kondensiert der Wasserdampf zu Nebel und schlägt sich schließlich in Form von Tau an Oberflächen nieder.
Ist die maximale Aufnahmefähigkeit der Luft erreicht, spricht man von Sättigung – die relative Luftfeuchtigkeit beträgt dann 100%. Da dieser Maximalwert mit steigender Temperatur zu- und mit sinkender Temperatur abnimmt, gibt es noch den Begriff der absoluten Luftfeuchtigkeit. Das ist der mengenmäßige Wasseranteil in der Luft – unabhängig von ihrem Sättigungsgrad.
Für den menschlichen Organismus ist die relative Luftfeuchtigkeit der entscheidende Wert, weil davon die Körperfunktionen abhängen.
Gefahr bei zu trockener Luft
Die Raumluftfeuchte soll zwischen 30 und 65% relativer Feuchte liegen. Zu trockene Luft kann im Winter z.B. bei langandauernder Lüftung (gekippte Fenster) auftreten, da die eindringende Kaltluft dann sehr wenig Feuchtigkeit enthält und beim Erwärmen der vorhandenen Raumluft Feuchte entzieht. Dies führt zu einer Austrocknung der Schleimhäute (trockener Hals) und belegter Stimme. Auch die Selbstreinigung der Lunge wird behindert.
Risiken bei zu feuchter Luft
Nicht ausreichende Lüftung führt im Gegenzug möglicherweise zu einer Anreicherung von Luftschadstoffen oder zu Bauschäden durch Feuchtigkeit wie z.B. Schimmelbildung an kalten Oberflächen.
Schwebstoffe
Neben den gasförmigen Bestandteilen enthält die Luft eine gewisse Menge fester Partikel (Staub), die durch Luftbewegungen hochgewirbelt werden und je nach Größe und spezifischem Gewicht eine Zeitlang in der Atmosphäre schweben. Sie spielen eine entscheidende Rolle als Kondensationskerne, an denen sich bei Abkühlung Wasserdampf aus der Luft niederschlägt (siehe Luftfeuchtigkeit).
Ohne Schwebstoffe bzw. Ionen in der Luft würde es also weder Nebel, Wolken noch Niederschläge geben.
Die menschlichen Atmungsorgane sind an eine bestimmte Menge von Luftschwebstoffen angepasst: feine Flimmerhärchen in Bronchien und Lunge fangen die Partikel auf und transportieren sie nach außen, notfalls auch mit Gewalt (Husten).
Bei längerer hoher Staubbelastung ist aber dieser Mechanismus überfordert, es kommt zu chronischem Husten und ggf. zu ernsten Erkrankungen der Atemwege.
Biologische Schwebstoffe
Schlecht belüfteten Räumen (z.B. durch Versiegelung von Fassaden und durch luft- und wasserundurchlässige Anstriche) droht die Gefahr einer Überfeuchtung, z.B. durch Atemluft, Essenzubereitung, Wäsche, Badbenutzung, wenn nicht für ausreichende Lüftung gesorgt wird. Unter solchen Umständen breiten sich gern Schimmelpilze aus, die warme, feuchte Luft mit wenig Luftbewegung lieben.
Bekannt sind ca. 10000 Schimmelpilzarten, davon können ca. 1000 Arten im Wohnbereichvorkommen. Schimmelpilze bilden Sporen, die in die Raumluft abgegeben werden. Diese werden über die Atemwege oder die Haut vom Menschen aufgenommen.
Bei einigen Schimmelpilzen weiß man inzwischen, dass sie Lungenerkrankungen und Allergien hervorrufen können, ein Teil von ihnen produziert sogar Zellgifte, die zu schweren gesundheitlichen Schäden führen können.
Schimmelpilze
Schimmelpilze sind fast überall in der Natur verbreitet. Sie vermehren sich durch die Ausbildung von Hyphen (Pilzfäden), die sich zu einem Myzel vernetzen. Ab einem bestimmten Stadium bilden sie Fruchtkörper, die Millionen von Sporen produzieren, welche sich über die Luft verbreiten. sie gelangen auf die Haut oder werden mit der Atemluft oder der Nahrung aufgenommen.
Gefahren
Schimmelpilze können, vor allem wenn sie in riesigen Massen auftreten, selbst bei sonst gesunden Personen Erkrankungen wie Asthma, Allergien, Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schleimhautreizung der Atemwege und des Verdauungstraktes hervorrufen. Einige Arten verursachen auch Infektionskrankheiten bzw. Sekundärinfektionen.
Anzeichen
Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Allergien, Asthma...
Kommt ihnen das bekannt vor? - Ausblühungen an Kellerwänden und Fundamentmauern, dazu ein muffiger Geruch ... und dann entdecken Sie schwarze Verfärbungen an Ihren Zimmerwänden.
Bei solchen Wahrnehmungen können Sie ziemlich sicher sein, dass Ihnen eine gesundheitliche Gefahr durch Schimmelpilze droht. Oft siedeln die Pilze auch in Bereichen, wo sie nur schwer zu entdecken sind. Begünstigt wird ihre Verbreitung zudem durch ungenügende Luftzirkulation in den so genannten Energiesparhäusern.
Ein hoher Sporengehalt in der Raumluft, vielleicht gar die Kontamination Ihrer Klimaanlage, kann zu irreversiblen gesundheitlichen Schäden führen, zumal einige Keime starke Zellgifte produzieren. Ihre frühzeitige Entdeckung mindert nicht nur das Erkrankungsrisiko: Die Sanierung eines verseuchten Gebäudes ist meist eine schwierige und kostspielige Angelegenheit.
Mit dem Sporometer (Schimmelpilztester) bestimmen Sie die Schimmelpilzbelastung in Ihrer Raumluft und erhalten Hinweise über Ihr gesundheitliches Risiko.
Nähere Informationen erhalten Sie hier: www.sporotec.de
Inhalation / Ultraschallinhalation
Empfehlungen und Informationen zur Inhalation
Der Inhalator vernebelt flüssige Medikamente und bringt sie über Maske bzw. Mundstück als feines Aerosol an den Behandlungsort.
Hierbei übernimmt der Inhalator die Aufgabe, Medikamente möglichst fein zu vernebeln.
Dabei ist die zu erzielende Partikelgröße ein wichtiges Kriterium für den Behandlungserfolg. Die Partikelgröße wird in Mikrometer (µm) angegeben.
Setzen Sie sich entspannt und in aufrechter Haltung vor Ihr Inhalationsgerät. Beginnen Sie mit der Inhalation unter Verwendung einer gezielten Atemtechnik. Hierfür atmen Sie über Maske oder Mundstück das Inhalat kräftig, langsam und tief durch den Mund ein.
Halten Sie nach dem Einatmen kurz den Atem an und atmen Sie anschließend normal aus. Die gesamte Inhalationszeit sollte nie länger als 10 Minuten betragen. „Anfänger“ atmen häufig zu schnell. Hierdurch kann es zu Schwindel kommen.
Viele Inhalate erhalten Sie rezeptfrei in Ihrer Apotheke. Schildern Sie Ihrem Apotheker Ihr Problem und lassen Sie sich fachmännisch beraten.
Luftionisation
Die ultraviolette Strahlung der Sonne, aber auch Gammastrahlen natürlicher oder künstlicher radioaktiver Stoffe und die kosmische Strahlung sind so energiereich, dass sie in der Lage sind, einzelne Elektronen aus den Atomhüllen der Luftmoleküle herauszuschießen. Dabei entstehen positiv geladene Ionen. Diese Strahlungen werden deshalb auch zusammenfassend als „ionisierende Strahlung“ bezeichnet.
Da Wassermoleküle durch die asymmetrische Anordnung der Wasserstoffatome einen elektrischen Dipol bilden, lagern sich solche Ionen gern an Wasserdampfmoleküle an und bilden sogenannte Kleinionen. Kleinionen sind sehr beweglich und schließen sich ihrerseits mit Aerosolpartikeln (größere Wasserdampf-, Staub- und Schmutzteilchen) zu Großionen zusammen.
Da die Lebensdauer der Kleinionen nur wenige Sekunden beträgt, wären sie nach kürzester Zeit vollständig verschwunden, wenn die Sonnenstrahlung sie nicht ständig nachproduzieren würde. In geschlossenen Räumen findet ein solcher Prozess natürlich nicht statt, so dass der Ionisierungsgrad der Raumluft im Allgemeinen geringer ist als der der Außenluft.
Die Wirkungsweise ionisierter Luft
Der menschliche Organismus hat sich im Laufe der Evolution an die Ionisierung der Atmosphäre angepasst. So ist der Mensch in der Umgebung ionisierter Luft offenbar eher wacher, aktiver und fühlt sich innerlich ausgeglichener, seine Leistungsfähigkeit steigt. Im Allgemeinen ist also mit der Ionisation bei vielen Personen Wohlbefinden zu erreichen.
Kehrseite der Medaille sind die sogenannten freien Radikale, die ebenfalls unter harter Strahlung entstehen. Die Zertrümmerung von Molekülen durch UV-, Röntgen- und Gammastrahlen führt zu chemisch äußerst aggressiven Molekülresten, die unter anderem für eine vorzeitige Hautalterung, aber auch für die Entstehung von Hautkrebs verantwortlich gemacht werden, wobei solche freien Radikale natürlich unter Direkteinstrahlung auch im Hautgewebe selbst entstehen.
Besonders aktiv sind Sauerstoffradikale (einzelne Sauerstoffatome), die sich mit normalen Sauerstoffmolekülen (zwei Sauerstoffatome) zeitweilig zu Ozon (drei Sauerstoffatome) verbinden.
Ozon ist ein starkes Zellgift und hat einen charakteristischen Geruch (manche sagen, es riecht „elektrisch“), den man zuweilen wahrnimmt, wenn man im Winter in einem schlecht belüfteten Raum das Fenster öffnet oder eine Höhensonne in Betrieb nimmt.



